Auerbach

Warum streiten so wichtig ist…

Frauen in der HOTELMARKETING Bibliothek

Im vergangenen Jahr sind wir von Rothenkirchen nach Auerbach umgezogen. Städte wie Dresden, Jena, Weimar, Halle und Dessau sind keine Autostunde von uns entfernt. Und Namen wie Luther, Schiller, Goethe, Lessing, Nietzsche, Kästner, Karl May, Gropius aber auch Horch, Zeiss, Adam Ries und viele, viele mehr haben hier gedacht, entwickelt, erfunden und gelebt. Es ist ein schönes Gefühl, in dieser inspirierenden Nachbarschaft arbeiten und wohnen zu dürfen.

Ich selbst tu´ das nun schon dreißig Jahre. Die Wende hat es mir möglich gemacht. Spannende Jahre, wunderbare Erlebnisse und enorm viel gelernt. Vor allem im Miteinander. Nun aber, dreißig Jahre später, geraten wir wieder in Gefahr, verständnislos zu werden. Unsensibel und irgendwie verwirrt suchen wir nur noch nach den eigenen Vorteilen aus der Einheit. Sehen nicht mehr was wir gemeinsam hier bewegt haben. Geben uns plötzlich wieder gegenseitig Schuld für wachsendes Unverständnis. Dabei kommt uns offensichtlich eine ganz entscheidende Fähigkeit mehr und mehr abhanden. Das Ringen um Konsens, um Positionen und Entscheidungen. Wir geben viel zu schnell auf. Gute Ergebnisse brauchen eben Zeit und sind es immer wert, erstritten zu werden. Haben wir das Streiten verlernt? Ist es zu anstrengend? Verlangt es von uns zu viel Ausdauer und Disziplin?

Es ist zum Grundproblem geworden. Ost – West ist nur ein Beispiel. Heute ist es leider viel einfacher, seine eigene Meinung unüberlegt, ungeprüft und unmittelbar zu verbreiten. Die Entertaste macht`s möglich. Mails und Messages erscheinen uns irgendwie weniger unangenehm. Auf jeden Fall fühlen wir uns nicht persönlich gefordert, müssen dem anderen nicht zuhören. Was schnell zur Gefahr führt, eine einfache Diskussion zum Kriegsschauplatz werden zu lassen. Unsere soziale Kompetenz, unsere Empathie, unsere Menschlichkeit verkümmern. Das Resultat: schlechte Lösungen, wenig Relevanz, im schlimmsten Fall gar keine Ergebnisse mehr.

Hätten all die weltbewegenden Erfindungen, Werke und Leistungen vorher genannter Persönlichkeiten in unserem aktuellen Umfeld überhaupt entstehen können? Ohne das beflügelnde Gespräch, die gemeinsamen Überlegungen, das Zuhören, das Streiten, das Finden? Es geht doch damals wie heute um die besten Lösungen. Das sollte uns eine Reflexion wert sein. In diesem Sinn freuen wir uns auf die Auseinandersetzung und das faire Miteinander. Auf die nächsten spannenden Jahre mit Ihnen.

Ihre Jenny Fuchs, Ihr Norbert Maria Braun

BRAUN HOTELMARKETING
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